Architektur Galerie Berlin

Ausstellungsansicht von "Behles & Jochimsen"

Behles & Jochimsen Univers Condensed

Ende der 90er Jahre gründeten Armin Behles (*1966) und Jasper Jochimsen (*1964) ihr gemeinsames Büro. Nach einer Reihe von Wettbewerbserfolgen konnten sie mit der Kindertagesstätte Griechische Allee in Berlin (2003-2006) erstmals ein größeres Bauvorhaben realisieren. Ein weiterer Wettbewerbserfolg, das Biomedizinische Forschungszentrum der Universität Gießen, wird gerade fertig gestellt. Aktuell beschäftigen sich Behles & Jochimsen mit Neu- und Umbauten für Universitäten im In- und Ausland. Hinzu kommen zwei Wettbewerbsgewinne in China.

Charakteristisch für die Arbeitsweise von Behles & Jochimsen ist ein Entwurfsprozess, an dessen Beginn die intensive Auseinandersetzung mit dem Ort, seiner Geschichte und seinen stadträumlichen Qualitäten steht. Dieser wird soweit getrieben, bis sich eine Lösung abzeichnet, die zweierlei vermag: Einerseits muss sie überzeugende Antworten auf die Fragestellungen von Ort und Programm formulieren. Andererseits soll sie ein Leitmotiv liefern, das dem Entwurf zu innerer Logizität verhilft. Letztere, mit O. M. Ungers auch als Thema zu bezeichnende Klammer, fasst alle Teile zu einem Ganzen zusammen. Die Themen finden sich im Arsenal der Architektur selbst, aber auch in anderen Sphären und Metiers. Die somit doppelt begründeten Entwürfe sind auch doppelt lesbar: sowohl als präzise, für die Situation gearbeitete Passstücke, als auch als eigenständige, selbsterklärende Baukörper. Ohne durch offensichtliche stilistische Merkmale verbunden zu sein, zeichnet die Projekte das gemeinsame Interesse an einer formal geschlossenen, körperbetonten, oft figürlich wahrnehmbaren Gestalt aus.

Die Ausstellung entlehnt ihren Titel einer Schrift: Die Univers condensed ist eine elegante und gleichzeitig ökonomische Variante der berühmten serifenlosen Antiqua von Adrian Frutiger. Sie ist die Hausschrift von Behles & Jochimsen. Univers condensed bezeichnet aber auch zwei Aspekte der Rauminstallation, die sie für die Architektur Galerie Berlin eingerichtet haben: Mit wenigen präzisen Eingriffen, die an den charakteristischen Merkmalen des vorgefundenen Raumes ansetzen, wird dieser radikalisiert. Dies geschieht einerseits durch Verdichtung und andererseits durch Entgrenzung. Der Raum weist über sich hinaus, wird zum Über-Ort. Dabei spielen das visuell-leibliche Erleben ebenso wie das gedankliche Nachvollziehen eine konstitutive Rolle. Mit den farbig eloxierten Aluminiumpaneelen rekurriert die Installation auf das Biomedizinische Forschungszentrum Gießen. Die Fassade dieses handförmigen Baus durchmisst den ganzen Farbkreis, wobei jeder Finger das Spektrum einer Grundfarbe abbildet.

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Foto: Marcus Bredt

Foto: Marcus Bredt,

Foto: Marcus Bredt

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Foto: Silke Helmerdig

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