Architektur Galerie Berlin

Holzer Kobler Architekturen Mise en scène

Barbara Holzer und Tristan Kobler haben ihr Büro 2004 in Zürich gegründet und seitdem zahlreiche und vor allem sehr heterogene Projekte verwirklicht. Dazu gehören Ausstellungen (u.a. focusTerra, Zürich 2009, Gesamtszenografie Besucherzentrum Grube Messel 2010) ebenso wie Bauten (u.a. Wohn- und Geschäftshaus Cattaneo, Zürich 2008, Besucherzentrum Arche Nebra, Wangen 2007). Bei der Arbeit in so unterschiedlichen Bereichen der Gestaltung wie Design, Ausstellung und Architektur verfolgen Holzer Kobler Architekturen jedoch nicht nur eine Architekturhaltung oder einen gestalterischen Ansatz. Im Mittelpunkt der Arbeit steht vielmehr der Anspruch, für jede Aufgabe und jeden Ort eine spezifische Lösung zu finden, die Vergangenes, Gegenwärtiges und Künftiges einbezieht und neu interpretiert. Neben den Fragen zur Konstruktion und Funktionalität widmen sich Holzer und Kobler vor allem der Inszenierung von Räumen, deren Abfolgen und vielfältigen Atmosphären. Grundlage dieser Vorgehensweise ist die Tatsache, dass jeder Nutzer eine individuelle Vorstellung von Raum in sich trägt, die immer auch Teil einer bestimmten Geschichte ist. Wie im Film, Theater und der Literatur wird sie auch hier zum tragenden Element von Architektur. Diese Arbeitsweise generiert sehr unterschiedlich gestaltete Projekte. Das transdisziplinäre Team aus Architekten, Designern, Wissenschaftlern, Grafikern, Szenografen und Innenarchitekten profitiert dabei vom genreübergreifenden Wissenstransfer, der sich aus der gleichzeitigen Beschäftigung mit den üblicherweise eher getrennten Gestaltungsbereichen ergibt. In diesem Sinne verwenden Holzer und Kobler in ihrem Büronamen bewusst den Begriff Architekturen, den sie als Erweiterung ihres Denk-, Betätigungs- und Forschungsfeldes hin zu einem multiplen Verständnis von Architektur begreifen.

Aus diesem Verständnis heraus hat das Büro auch die Ausstellungskonzeption Mise en scène entwickelt: Die dreidimensionale Installation überträgt räumliche und atmosphärische Gegebenheiten des Zürcher Ateliers auf den Galerieraum und schafft daraus ein vollkommen neues Raumgefüge. Eine Collage aus visuellen und akustischen Gestaltungselementen (Sound by SOAP) vermittelt den Annäherungsprozess an verschiedenste Aufgabenstellungen und ermöglicht gleichzeitig eine vom ursprünglichen Inhalt losgelöste Wahrnehmung als eigenständige Szenerie.

Weitere Informationen ein/ausblenden

Architektur Galerie Berlin, Foto: Silke Helmerdig

Architektur Galerie Berlin, Foto: Silke Helmerdig,