Architektur Galerie Berlin

Schulz & Schulz Der autarke Raum

Ansgar und Benedikt Schulz haben ihr Büro mit Sitz in Leipzig 1992 gegründet. Seitdem konnten sie sich über eine Vielzahl erfolgreicher Wettbewerbsbeiträge profilieren. Zu den prämierten Arbeiten zählen u.a. das Kantinen- und Konferenzgebäude AKNZ Ahrweiler (2010), die Staatsanwaltschaft Ulm (2010), die Katholische Propsteikirche St. Trinitatis Leipzig (2009), das Forschungszentrum für Maschinenbau und Informatik der TU Berlin (2009), die Hotelfachschule Berlin (2008) und das Polizeirevier Chemnitz-Süd (2005).

Grundlagen für die von Ansgar und Benedikt Schulz entwickelte Architektur bilden die biografische Verbindung zum Ruhrgebiet und das Studium an der RTWH Aachen. Die hieraus resultierenden Tugenden Schnörkellosigkeit und Präzision werden über die Begeisterung für den Ruhrgebietsfußball weiter intensiviert und durch Einflüsse aus Spanien und Südamerika individualisiert. Zentrale Elemente der Auseinandersetzung sind das genaue Hinterfragen der Aufgabe sowie das präzise Definieren der eingesetzten gestalterischen Mittel, die mit der Suche nach der Prägnanz des Selbstverständlichen umschrieben werden können.

Aktuell entsteht die Katholische Propsteikirche St. Trinitatis Leipzig, die präzise aus dem Organismus der Stadt entwickelt wurde. Präsenz erhält das Projekt durch den hohen Kirchenbaukörper und den Kirchturm, vor allem aber durch die einladende Offenheit des Pfarrhofs. Das Licht des Himmels und der Austausch mit der Stadt erzeugen die besondere Atmosphäre des sakralen Innenraums. Mit einer Hülle aus gemauertem Rochlitzer Porphyr bekennt sich der Bau zu Region und Tradition. Das maßgeschneiderte Nachhaltigkeitskonzept wird dem gebotenen Umgang mit der Schöpfung gerecht. Grundsatz ist, dass ein Kirchenbau nicht nur in stabilen Zeiten, sondern auch in Krisenzeiten seine Funktion als Rückzugsmöglichkeit und Versammlungsort erfüllt. Zudem soll er keine planmäßig-konstruktive Begrenzung der Nutzungszeit aufweisen. Um diese Funktionalität zu ermöglichen, wurde der Gedanke der Autarkie zur Planungsprämisse gemacht.

Die Thematik eines eigenständigen Ortes ist zugleich Motiv der Ausstellung. Dabei wird die vertraute Nutzung des Raums umgekehrt. Die umschließenden Wände bleiben frei und die Galerie ist die Bühne für eine raumgreifende Skulptur. Der 8 Meter breite, 2 Meter hohe und 1 Meter tiefe Körper ist zentraler Bildträger und erlaubt über seine räumliche Erfahrbarkeit differenzierte Einblicke in das Projekt.

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Architektur Galerie Berlin, Foto: Silke Helmerdig

Architektur Galerie Berlin, Foto: Silke Helmerdig,