Architektur Galerie Berlin

Vorschaubild zu „Adolf Krischanitz“

Adolf Krischanitz: Bentwood Serie, Braun Lockenhaus, Foto: Heinz Schmölzer

Adolf Krischanitz Inventur

„Das Möbel als eigenständiges, distanziertes Objekt ohne besondere Raumbeziehung versus das Möbel als dialogfähiges Artefakt mit einer Beziehung zum Raum – das ist die Spannweite der bestehenden Möglichkeiten.“ Adolf Krischanitz

Adolf Krischanitz gehört zu den wenigen zeitgenössischen Architekten, die parallel zu ihren Bauprojekten fortlaufend Möbel entworfen haben. Bis auf wenige Ausnahmen wurden bzw. werden sie aus den jeweils laufenden Bauaufgaben entwickelt. Die im Zuge der architektonischen Arbeit entstandenen Interieurs sind jedoch nicht nur einfach Sessel, Tisch, Liege und Lichtobjekt, sondern zugleich konstitutiver Teil des architektonischen Raumes.
Das im Laufe von inzwischen 30 Jahren entstandene Euvre bildet einen wichtigen Beitrag der jüngeren österreichischen Architekturgeschichte. Auch wenn die Entwürfe durch unterschiedliche Tendenzen gekennzeichnet ist – den anfangs postmodernen Tendenzen folgten später radikalere Versuche zur Anknüpfung an die Entwurfstradition des Wiener Ausstattungshandwerks – haben sie doch ein wesentliches Merkmal gemeinsam: Den souveränen Umgang mit Material und die Prägung durch Kollegen wie Adolf Loos, Josef Frank und Josef Hoffmann.
Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist, dass Krischanitz immer wieder die Kooperation mit Kollegen (Otto Kapfinger, Hermann Czech) und Künstlern (Oskar Putz, Gilbert Bretterbauer, Helmut Federle, Gerwald Rockenschaub) gesucht hat. Diese temporären Kollaborationen haben zu spezifischen Entwurfsergebnissen geführt, die jenseits aller modischen Tendenzen trotz oder gerade wegen ihrer Materialität eine gewisse Zeitlosigkeit verkörpern.
Die Ausstellung fokussiert auf die aktuelle Möbelserie „Bentwood“, die Adolf Krischanitz für Braun Lockenhaus entworfen hat. Außerdem featured sie die Publikation „Adolf Krischanitz. Das Inventar ist das Ergebnis der Inventur“, in der sämtliche Möbelentwürfe von Krischanitz umfangreich dokumentiert sind (Album Verlag Wien 2016, 224 Seiten, Herausgeber Edelbert Köb, mit Beiträgen von Sebastian Hackenschmidt, Otto Kapfinger, Marcel Meili und Adolf Krischanitz).

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