Öffentlicher Raum, so unscheinbar, so kaputt, so unvorhersehbar, so vielfältig und wertvoll – das Spektrum ist divers und generiert je nach Standpunkt verschiedene Auslegungen. Die Ausstellung thematisiert den Wert des öffentlichen Raums mit dem speziellen Fokus auf das Atmosphärische. Zu diesem Zweck mutiert der Galerieraum zur Erweiterung des öffentlichen Raumes: Das den Boden bedeckende Laub raschelt und füllt die Luft mit herbstlichem Geruch, Berliner Bänke laden ein zu verweilen, sich zu unterhalten und zu beobachten. Selbst das charakteristische Licht, welches das Bild der Galerie seit mehr als 25 Jahren prägt, verändert sich im Zusammenspiel mit der bei Dämmerung einsetzenden Straßenbeleuchtung. Auf diese Weise steht der durch das Schaufenster gerahmte Blick hinaus in die herbstliche Realität der Karl-Marx-Allee im Dialog mit der objekthaft atmosphärischen Installation im warmen Galerieraum.
Auf diese Weise wird das, was das Büro FRL – Franz Reschke Landschaftsarchitektur „Zauber“ nennt, für die Besuchenden der Ausstellung eindrücklich erlebbar. Atmosphäre, Raum und Gestaltung öffentlicher Freiräume sind in den letzten 15 Jahren zentraler Schwerpunkt der Arbeit von FRL. Unvorhergesehenes, bedingt durch die Aneignung und Nutzung, ist dabei stets Teil der Realität. Klar ist, dass der Begriff „Zauber“ für jede/n eine andere Bedeutung besitzt und FRL hier mit den jeweils individuellen Erwartungshaltungen der Besucher:innen spekuliert.
Ergänzt wird die Ausstellung durch einen Katalog mit mehreren hundert analog gemachten Fotos. Sie reflektieren und veranschaulichen die von den vierzig Kolleg:innen in den letzten drei Jahren gemeinsam im öffentlichen Raum gesammelten Beobachtungen. Die Ausstellung ist für das Büro eine Momentaufnahme, da es sich noch lange nicht am Ziel seiner Arbeit wähnt, sondern „halbwegs mittendrin“.
Zu den bekanntesten Projekten des 2011 in Berlin gegründeten Büros FRL – Franz Reschke Landschaftsarchitektur gehören The Space of Synagogues in Lviv (2016), Weserpromenade und Archäologiepark in Höxter (2023) und der 40 Hektar große Stadtpark Neuss (2026). Aktuell arbeitet das Büro an der Solitude-Promenade in Basel (2035) und dem Hafenpark in Rüdesheim (2029). Franz Reschke ist Mitglied im Beirat der Bundesstiftung Baukultur und Mitglied des Präsidiums des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekt:innen.