Architektur Galerie Berlin

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Neue Zürcher Zeitung Das Basler Büro Miller & Maranta in Berlin

Jurgen Tietz

Architektur auszustellen, ist nicht einfach. Einen eigenen Weg suchten die Basler Architekten Quintus Miller und Paola Maranta mit Jean Luc von Aarburg in ihrer Ausstellung in der Architektur Galerie Berlin. Unter dem Titel «Veduten» haben sie dort ein abstraktes weisses Gebirge kreiert. Verteilt auf fünf «Bergspitzen», sind stereoskopische Filme des Zürcher Filmemachers Samuel Ammann zu sehen, während auf den «Hochplateaus» daneben leinengebundene Leporellos als Projektbeschriebe liegen. So wird den Besuchern neben dem üblichen zwei- auch ein dreidimensionales atmosphärisches Eintauchen in die fern von Berlin verwirklichten Raumwelten von Miller & Maranta ermöglicht: das Hotel Waldhaus in Sils, das Bad in Samedan, die Altersresidenz Spirgarten und die Wohnsiedlung Zollikerstrasse in Zürich sowie der Wohnblock Schwarzpark in Basel. Das ist in sich stimmig und entwickelt seine eigene künstlerische und ästhetische Qualität. Doch selbst in der Zeit der technischen Reproduzierbarkeit vermag es nicht den Besuch der Häuser vor Ort zu ersetzen. Dort besticht die Architektur von Miller & Maranta durch differenzierten Ortsbezug, Qualität der Wohnungsgrundrisse und hohe Beharrlichkeit bei der Detaillierung. Dies verleiht den Bauten eine auratische Qualität. Nicht umsonst gehören die Basler zu den wichtigsten Architekten der Generation der Fünfzigjährigen. Mit ihrem Umbau und der Erweiterung der Villa Garbald und der Umgestaltung des Alten Hospizes auf dem Gotthardpass haben sie sich als Meister einer analogen Architektur erwiesen. In Berlin kann man sich voraussichtlich 2016 einen konkreten Eindruck ihres architektonischen Ausdrucksvermögens machen. Dann soll nahe dem Hauptbahnhof ihr Büro- und Galeriegebäude in Beton fertiggestellt sein.