ion42 / DGI Bauwerk • schneider+schumacher Form Follows Beam. Architektur für einen Teilchenbeschleuniger

Eröffnung
ion42: FAIR (Foto Kirsten Bucher),

ion42: FAIR (Foto Kirsten Bucher)

Begrüßung: Ulrich Müller

Einführung: Kai Otto und Bernd Tibes, Dr. Ingo Peter

Auf Grund ihres Zustandes und der für jeden sichtbaren Relevanz ist die Bedeutung von Infrastrukturprojekten in den letzten Jahren vermehrt in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt. Es gibt aber auch solche, die wenig präsent sind, obwohl ihr Umfang und ihre Bedeutung enorm sind, da sie eine zentrale Rolle für die Bedeutung des Wissenschaftsstandortes Deutschland im internationalen Vergleich spielen.

Dazu gehört das Beschleunigerzentrum Facility for Antiproton and Ion Research (FAIR), das derzeit am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt entsteht und eine der größten Forschungsanlagen weltweit sein wird. Die unterirdische Doppelringanlage hat einem Umfang von 1,1 Kilometern und 14 angegliederte Forschungsgebäude. Künftig werden hier Ionen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt, um grundlegenden Fragen rund um den Aufbau des Universums – dem „was die Welt im Innersten zusammenhält“ – nachzugehen.

Für die Aufgabe der Planung eines Projekts dieser Größenordnung auf einer Fläche von mehr als 20 Hektar haben sich die beiden Büros DGI Bauwerk und schneider+schumacher zur Arge ion42 zusammengeschlossen – deren Name das Wort Ion (geladenes Teilchen) und die Zahl 42 kombiniert, die in Douglas Adams‘ Kultklassiker Per Anhalter durch die Galaxis die Antwort auf die „endgültige Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“ ist.

Die Ausstellung veranschaulicht die Komplexität der inzwischen mehr als 20-jährigen Planungs- und Bauzeit anhand von Plänen, Texten und Modellen. Ergänzt werden diese Informationen durch Fotografien von Kirsten Bucher und Norbert Miguletz, die die außergewöhnliche Dimensionen der Baustelle und deren Fortschritt seit Jahren im monatlichen Wechsel dokumentieren. Dieses Material zuzüglich weiterer Texte und Erläuterungen bildet den Inhalt des Buches Form Follows Beam, das zu diesem Anlass bei Park Books erschienen ist. Es veranschaulicht nicht nur die Herausforderungen des Projekts, sondern macht die zentrale Rolle der architektonischen Gestaltung deutlich, die bei Bauten mit derart von technischen Anforderungen bestimmten Anlagen häufig verborgen bleiben. In diesem Sinn sind Ausstellung und Buch ein bedruckendes Zeugnis für die erfolgreiche Arbeit an den Schnittstellen Architektur/Infrastruktur  und Architektur/Wissenschaft.

schneider+schumacher wurde 1988 von Till Schneider und Michael Schumacher in Frankfurt am Main gegründet und hat heute Niederlassungen in Berlin, Frankfurt am Main, Wien sowie Tianjin und Shenzhen (China). DGI Bauwerk wurde 1985 von Bernd Tibes in Berlin gegründet und hat eine Niederlassung in Hamburg. 2025 erfolgte der Zusammenschluss mit léonwohlhage Architekten.

Zur Ausstellung erscheint:
ion42. Form Follows Beam – Architektur für einen Teilchenbeschleuniger
Herausgeber: Florian Heilmeyer, Christian Holl, Johannes Hucht, Steffen Knölls
Fotografien: Kirsten Bucher, Norbert Miguletz
Park Books, Zürich 2026