Auf Grund ihres Zustandes steht die Infrastruktur in Deutschland aktuell stark im Zentrum der öffentlichen Debatte. Unabhängig davon beinhaltet die ausgerufene Mobilitätswende zahlreiche technologische Veränderungen. Gleichzeitig erhöhen bzw. diversifizieren sich die Bedürfnisse der Nutzer:innen. Umso wichtiger ist es, dass Architekt:innen als Fachleute für Gestaltung diese Prozesse begleiten.
Mit ihren Entwürfen für Transiträume arbeiten Gruber+Popp genau an dieser Schnittstelle. Das Büro versteht Bauten des öffentlichen Nahverkehrs nicht nur als reine Funktionsbauten, sondern als soziale Orte, die sorgsam gestaltet werden müssen. Das Ziel dabei ist, dass Robustheit im Einklang mit einfacher Orientierung, angstfreier Wegführung und hoher Aufenthaltsqualität steht.
In ihrer Ausstellung thematisieren Gruber+Popp unterschiedliche Herangehensweisen am Beispiel von fünf Projekten: Beim Neubau der U-Bahnstation „Martinsried“ in München verbinden die prägnanten Oberlichter die Station mit dem Busbahnhof und dem Forschungscampus der LMU sowohl räumlich als auch visuell. Mit dem Ziel einer auf den Ort und seine Geschichte hinweisenden Gestaltung wurde für den Neubau der U-Bahnstation „Hagenbecks Tierpark“ in Hamburg eine markante Decke aus hinterleuchtetem Lochblech entwickelt. Bei der Sanierung der U-Bahnstation „Eisenacher Straße“ in Berlin wiederum geht es um die Ertüchtigung vorhandener Räume unter den Bedingungen des Denkmalschutzes. Am Beispiel der Tram-Haltestelle am Berliner Hauptbahnhof wird die architektonische Resilienz nach 10-jähriger Nutzungsdauer mit mehr als 10 Millionen Fahrgästen untersucht. Beim 2025 gewonnenen Wettbewerb „Modellhaltestellen in Dortmund“ zeigen Gruber+Popp schließlich, wie das für Verkehrsbauten bislang ungewohnte Material Holz modular eingesetzt werden kann.