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Architektur Galerie Berlin

Vorschaubild zu „Ich sehe was, was Du nicht siehst. Baulandreserven!“

Baulücke Joachimstraße Berlin, Foto: Martin Püschel

Ich sehe was, was Du nicht siehst. Baulandreserven! Gespräch zur Ausstellung „Hochschule Darmstadt – 20 qm Berlin“ @Satellit

Prof. Carsten Gerhards im Gespräch mit Jan Liesegang und Prof. Philipp Oswalt
Begrüßung: Jan Robert Kowalewski (Geschäftsführer WBM)

In einer Zeit, in der kreative Lösungen für eine Verdichtung von Ballungszentren gefragt sind, wird der Raum zur Verwirklichung dieser Ideen gerade in den gentrifizierten Bezirken Berlins immer kleiner. Deshalb kommt den „übrig gebliebenen“ Räumen, die aus ökonomischen oder baurechtlichen Gründen bis heute nicht bebaut wurden, eine große Bedeutung zu. Sie sind die letzten Zonen für räumliche Experimente im städtischen Gefüge.

Die Ausstellung stellt die Frage, wie man die Resträume einer Stadt wie Berlin nutzbar machen kann. Die riesigen Brachen, die es nach dem Fall der Berliner Mauer gab, sind der Spekulation und der Profitmaximierung anheim gefallen. Der starke Anstieg der Baulandpreise bedeutet, dass die Städte alle Baulandpotenziale aktivieren müssen, die ihnen zur Verfügung stehen. Dazu müssen diese zunächst identifiziert werden, denn in den Städten schlummern Reserven, die noch niemand entdeckt hat.

Eine potenzielle Baulandreserve sind die Räume, die Prof. Carsten Gerhards mit Studenten der Hochschule Darmstadt im letzten Semester untersucht hat. Sie resultieren aus einem geometrischen „Unfall“. Zwei Bautypologien der Spandauer Vorstadt, der Plattenbau aus den 1980er Jahren und das bürgerliche Wohnhaus aus den 1860er Jahren begegnen sich auf zwei aneinandergrenzenden Flurstücken. Da der Plattenbau eine Abweichung vom rechten Winkel nicht kennt, ergeben sich zwischen den beiden Typologien keilförmige Räume, die bis zum heutigen Tage nicht bebaut wurden.

Baulücke Joachimstraße Berlin, Foto: Martin Püschel

Baulücke Joachimstraße Berlin, Foto: Martin Püschel,