Wohin soll es gehen? Unter dieser mehrdeutigen Überschrift schreibt Bürogründer Tobias Wulf im Vorwort der Werkmonografie Struktur und Typus: „Nach über 30-jähriger Entwurfspraxis im Büro und in der Lehre suchen wir zunehmend nach allgemeingültigen Antworten auf die herausfordernden Aufgabenstellungen unserer Zeit“. Denn während sich Gebäudenutzungen im Lauf der Zeit – und in Zukunft mit noch zunehmender Frequenz – ändern, sollen die entwickelten Bautypologien möglichst robust und langlebig sein. Gebäude, die sich leicht an die Bedürfnisse der Zeit anpassen lassen, bleiben bestehen und sind dadurch letztlich besonders nachhaltig. Sein Fazit lautet: „Die Nutzung muss die Chance haben, sich dem Gebäude anzupassen – nicht umgekehrt. Als Architekten sind wir für die zugehörigen Räume verantwortlich. Nur starke Räume, die baukulturell und atmosphärisch stimmig sind, können überdauern.“ Form, Raum und Konstruktion als Dreiklang sind auch im zeitgenössischen Architekturdiskurs untrennbar miteinander verbunden.
Struktur und Typus ist das Update der Werkmonografie Rhythmus und Melodie von 2014. Zu den darin vorgestellten 17 Projekten, die seit dem fertiggestellt wurden oder sich im Bau befinden, gehören unter anderem die Mensa und Mediathek (Darmstadt, 2021), das Institut für Lebensmittelsicherheit und -hygiene (Berlin, im Bau) sowie das kürzlich fertiggestellte Museum Historische Oberamteistraße (Reutlingen, 2025). Ergänzt werden die Projekte durch eine Auswahl von Wettbewerbsbeiträgen, die das Thema besonders signifikant veranschaulichen.
wulf architekten. Struktur und Typus
Einführung: Hubertus Adam. Texte: Tobias Wulf
272 Seiten, 276 Abbildungen. 30 x 23 cm, Hardcover
ISBN 978-3-0356-2912-5
Birkhäuser, Basel
Begrüßung:
Ulrich Müller (Architektur Galerie Berlin)
Gäste:
Donatella Fioretti (Bruno Fioretti Marquez)
Oliver Hasselbach (wulf architekten, Berlin)
Tobias Wulf (wulf architekten, Gründer)
Moderation:
Amina Ghisu (DBZ)