JEMS Architekci The Matter of Layers

Eröffnung
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Begrüßung: Ulrich Müller

Einführung: Claus Käpplinger

Die globalen ökonomischen und sozialen Veränderungen sowie umweltbedingten Voraussetzungen werden im zeitgenössischen Architekturdiskurs facettenreich diskutiert. In der Praxis hingegen werden überwiegend technische Lösungen für die sich radikal ändernden Rahmenbedingungen propagiert. Oft erfordern diese immer noch mehr Technik und kreieren damit neu Probleme bzw. nehmen zusätzliche Ressourcen in Anspruch. Parallel dazu verschwindet das grundsätzliche Verständnis von Architektur als Kunst des Bauens zur Schaffung dauerhafter, einfacher und universeller Objekte. Eine Wohnkultur, die Nutzung, Form, Material und Umwelt synergetisch miteinander verbindet, wird zunehmend durch „Systeme“ ersetzt, die auf komplexe Technik, optimierte Funktionsabläufe und externe Energie angewiesen sind.

Vor diesem Hintergrund stellen JEMS Architekci sechs Projekte vor, deren Schwerpunkt auf dem gleichzeitigen Nebeneinander von Nachhaltigkeit, Offenheit und Mehrdimensionalität liegt. Um diese Eigenschaften zu erreichen, arbeitet das Büro häufig mit „Schichten“, die je nach Entwurfsaufgabe unterschiedlich gewichtet und ausformuliert werden. Sie können als materielle und ideelle Baustoffe dienen, funktionale Überlagerungen bedeuten, die Grenzen zwischen Innen und Außen erweitern sowie die Abfolge unterschiedlicher Klimazonen innerhalb eines Gebäudes ermöglichen. Neben diesen konkret messbaren Eigenschaften definieren sie die kulturelle Bedeutung und im besten Fall die menschliche Dimension der Architektur. Im Zusammenspiel veranschaulichen sie eine integrale, ganzheitliche Vision von zeitgenössischer Architektur, deren Komponenten im Gleichgewicht sind. Die gezeigten Beispiele führen letztlich zur Frage, ob es nicht besser wäre radikale Vereinfachungen anzustreben und komplexe Technologien durch mehrschichtige Bauwerke ersetzen.

JEMS Architekci wurde 1988 in Warschau als eines der ersten privaten Architekturbüros in Polen gegründet und gehört heute dort zu den erfolgreichsten. Zu den bekanntesten Projekten zählen das Verlagshaus AGORA in Warschau (2002), die Akademie der Schönen Künste in Warschau (2014), das Internationale Kongresszentrum Katowice (2015) und die Revitalisierung der Brauerei Warschau (2021). 2013 gewann JEMS den Wettbewerb für den Neubau der Polnischen Botschaft in Berlin, der Ende 2023 fertiggestellt wird.

Kooperationspartner: Polnisches Institut Berlin
Unterstützung: Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit
Medien Partner: Architektura Murator  Builder