Architektur Galerie Berlin

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Der Architekt 2 / 2008 präzisierung einer situation

Andreas Denk

der werkraum der architekturgalerie berlin von ulrich müller liegt in einer der real-sozeilen der karl-marx-allee. der dreiachsige raum der galerie mit seinen beiden schaufenstern fordert zum ortsbezogenen eingriff geradezu heraus. auch das berliner architekturbüro modersohn & freiesleben und die künstler katrin von maltzahn haben für ihre gemeinsame installation hybrid die eigenschaften der örtlichkeit zum ausgangspunkt genommen: aus dem quergelagerten ausstellungsraum mit den dominanten zwei pfeilern, die die eingangstür rahmen, haben die architekten durch leinwandstellagen eine dreiteilige raumfolge gemacht. die wuchtigen pylone des eingangs sind zu teilen von wänden geworden, die ein mittig gelegenes entree und zwei jeweils seitlich anschließende kabinette definieren. die stirnseite des zentralen raums ist durch eine granitplattenlage in seiner neuen offiziösen funktion bestärkt. die anschließenden kabinette sind mit vorhängen gegen die nun blinden schaufenster so abgehängt, dass sich ein symmetrisches raumbild ergibt. wie schlüssig diese neudefinition der ausstellungssituation ist, stellt katrin von maltzahn mit einer wandfüllenden und einer mehrteiligen arbeit unter beweis: die aus kreissegmenten gewonnenen kaleidoskopartigen farbfelder ihrer zeichnungen treffen auf geometrisch genauso exakt entwickelte räume. raumgrößen und bildformate stehen in einem unübersehbaren verhältnis zueinander. (karl-marx-allee 96, di – fr 14 – 19, sa 12 – 16 uhr, katalog 10 euro, www.werkraum-agb.de).