Architektur Galerie Berlin

Zeitgenössische Architektur ausstellen – Transformation, Kontext und Atmosphäre (Vortrag)

Trotzdem sich die Kommunikationswege durch die Etablierung der neuen Medien in den letzten Jahren radikal verändert haben, nimmt die Zahl von Architekturausstellungen zu. Das ist insofern erstaunlich, da das Format „Ausstellung“ sehr aufwendig ist und die zu vermittelnden Inhalte digital viel günstiger und schneller verfügbar sind.

Vor diesem Hintergrund beleuchtet der Vortrag im ersten Teil, warum Architektur ausgestellt wird und was es überhaupt bedeutet, Architektur auszustellen. Da man ein Haus nicht einfach in ein Museum stellen kann, müssen Artefakte gefunden werden, die dessen Eigenschaften in das temporäre und räumlich limitierte Format der Ausstellung übersetzen. Zur Veranschaulichung werden aktuelle Beispiele verschiedener Ausstellungstypologien vorgestellt und definiert. Zur Eingrenzung der Thematik konzentriert sich die Analyse auf zeitgenössische Architektur und die damit verbundenen Besonderheiten.

Die gezeigten Beispiele verdeutlichen, dass es im Gegensatz zum allgemeinen Sprachgebrauch nicht „die“ Architekturausstellung gibt. Ausstellungsmacher und Kuratoren müssen in Abhängigkeit von Zielstellung und intellektuellem Umfeld Inhalt und Form jedes Mal aufs Neue austarieren und einen eigenen Ausdruck dafür finden. Da Architektur in den verschiedenen Regionen der Welt unterschiedliche kulturelle Wertschätzungen besitzt, gibt es auch beim Ausstellen regionale Besonderheiten. Zur Erläuterung werden im zweiten Teil des Vortrags die website „AEX – Architecture Exhibitions International“ und die zahlreichen Ausstellungsorte in Berlin vorgestellt.

Der dritte Teil des Vortrags widmet sich Ausstellungen, die in den letzten Jahren in der Architektur Galerie Berlin zu sehen waren. Sie wurden exklusiv für den Galerieraum entworfen und zeigen exemplarisch, wie räumliche Installationen spezifische Entwurfshaltungen in das Format des Galerieraums übersetzen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Kriterien Dreidimensionalität, Originale und Atmosphäre als Ergänzung bzw. Gegenpol zur ausschließlich digitalen Wissensvermittlung.

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